Kinderland BW?

Was ist los mit dem Kinderland Baden-Württemberg

Herr Ministerpräsident Günther Oettinger?

Das fragen wir, das KITA- Bündnis Baden Württemberg und der Landeselternrat, Sie als Landesvater und Ministerpräsident des Landes Baden –Württemberg.

Seit Jahrzehnten diskutieren Erzieherinnen, verschiedene Verbände und Politiker aller Fraktionen über das Thema „Qualitativer Ausbau der Kinderbetreuung“ in unserem Land.

Immer neue Ideen, Vorgehensweisen, Projekte und Gesetzesvorlagen wurden dazu, verbunden mit Versprechungen, die Gegebenheiten vor Ort qualitativ zu verbessern, erarbeitet und auf den Weg gebracht.

Aber mit welchem Erfolg und zu welchem Preis?

Das letztlich Einrichtungen und Personal auf der Strecke blieben!

Mit der Pisa Studie erreichten die Diskussionen schließlich ihren Höhepunkt und plötzlich rückte das seit Jahrzehnten diskutierte Thema in den Vordergrund.

Dabei hatten die Kindertageseinrichtungen des Landes die Zeichen der Zeit längst erkannt und sich unter Federführung der Landesverbände mit viel Engagement auf den Weg gemacht, ein Qualitätsmanagement einzuführen.

Viele Träger und Einrichtungen arbeiteten, trotz schlechter personeller Besetzung, geringer Bezahlung und übervollen Gruppen, unter Hochdruck, mit viel Motivation und Engagement.

Allen war längst klar geworden, wenn wir hier Stellung beziehen, unsere gute Arbeit evaluieren, kontinuierlich verbessern und präsentieren, müssen die zuständigen Politiker einfach erkennen welch qualitativ hochwertige Arbeit bereits seit Jahren in den zahlreichen Einrichtungen geleistet wird.

Um den Kindertagesbereich brauchte man sich in dieser Beziehung keine Sorgen machen.

Trotz aller Bemühungen und Anstrengungen stieg weder das Ansehen unserer Berufsgruppe, noch zog es von Seiten der verantwortlichen Landespolitiker eine Verbesserung der Rahmenbedingungen nach sich.

Im Gegenteil.

Im Zuge der Sparmaßnahmen wurden Stelle gekürzt, Personal eingespart, Einrichtungen geschlossen und immer weitere Aufträge und Aufgaben den zuständigen Einrichtungen und Träger zugeschoben.

Letztlich und trotz einiger Bedenken im Vorfeld wurde mit Hochdruck weiter gearbeitet, denn der Orientierungsplan eröffnete uns eine weitere Perspektive.

Schon im Vorfeld war uns klar – dieser umfangreiche Arbeitsauftrag mit den derzeitigen Rahmenbedingungen zu bewältigen stellt uns vor eine noch größere Herausforderung.

Aber und das war letztlich der Motivationsmotor vieler, dieser würde klar belegen

und herausstellen, dass die seit langem diskutierten schlechten Rahmenbedingungen in den Kindertageseinrichtung schnellst möglich im Zuge der Qualitätsoffensive angepasst werden müssen.

Denn wie sollten Erzieherinnen / Erzieher

  • 25 – 28 Kinder in der Gruppe haben

  • eine personelle Besetzung von 1:17

  • mit bedarfsgerechte Öffnungszeiten und Konzepten

  • auf jegliche gesellschaftliche Veränderungen reagieren müssen

  • kaum Zeit haben, die pädagogische Arbeit qualitativ gut vorzubereiten

  • oder auf die Bedürfnisse der einzelnen Kinder und Familien einzugehen

  • Einrichtungsleitungen die zu 100% Gruppen- und Einrichtungsleitung sind. Mit all den administrativen Aufgaben im Bereich pädagogische Leitung, Eltern- und Öffentlichkeitsarbeit, sowie Mitarbeiterführung, Management und Verwaltung

qualitativ hochwertige Arbeit ermöglichen und weiterentwickeln?

Der Orientierungsplan Baden-Württemberg ist nun mehr zwei Jahren nach seiner Erprobungsphase mit dem Kongress „Orientierungsplan stärkt Kinderperspektive“

am 30.Juni 09 in der Liederhalle unter Federführung unseres Ministerpräsidenten Günther Oettinger zu Ende gegangen.

Die bereits im Vorfeld und während der Erprobungsphase immer wieder viel diskutierten Rahmenbedingungen wurden nicht einmal erwähnt, einfach ignoriert.

Kultusminister Rau lies sich auf keinerlei Diskussionen ein und verwies trotz vieler Anfragen – auch von Seiten des im Oktober gegründeten

KITA-Bündnisses Baden Württemberg und dem Landeselternrat (LER) – vor den Wahlen dazu keinerlei Aussagen mehr zu machen.

Er verwies auf weitere Gespräche im Oktober mit kommunalen Vertretern und Trägerverbänden.

Ab September 2009, mit Einführung des Orientierungsplans stünden diese in der Verpflichtung die Rahmenbedingungen zu verbessern.

Doch mit welchen finanziellen Mitteln fragen sich die betroffenen Kommunen und Träger. Die bereits jetzt unter der Aufgabenlast von Seiten des Bundes und Landes und der finanziellen Belastungen zusammenbrechen.

Wir das KITA-Bündnis Baden Württemberg und der Landeselternrat fragen uns ernsthaft was ist los mit dem vielgepriesenen Kinderland Baden Württemberg.

  • Wir haben mit zahlreichen Positionspapieren, Artikeln und Gesprächen versucht, unseren politisch verantwortlichen Vertretern die Präsenz des Themas zu erläutern.

  • Wir signalisierten Gesprächs- und Diskussionsbereitschaft

  • Erläuterten, belegten und diskutierten ausführlich den Sachverhalt im Landtag

  • Boten Ihnen Problemlösungen direkt aus der Praxis, sogar unter Einbezug der derzeitigen wirtschaftlichen Lage an

  • Haben eine Unterschriftenaktion gestartet und mit 23 000 Unterschriften die Wichtigkeit des Ganzen untermauert

  • zahlreiche Politiker versuchen immer wieder unterstützend die Sachlage zu erläutern

Aber das Anliegen so vieler betroffener Eltern, Träger, Beschäftigter und vor allem der Kinder im KINDERLAND BADEN-WÜRTTEMBERG wurde bisher nicht ernsthaft weiter bearbeitet.

Nicht einmal alarmierend finden es einige verantwortlichen Landespolitiker, dass eine Berufsgruppe, die bisher solide, motivierend und unterstützend mitgearbeitet hat, auf die Straße geht und öffentlich und mit Nachdruck gegen die derzeitigen Verhältnisse aufbegehrt.

Das macht das Wort „KINDERLAND BADEN-WÜRTTEMBERG“ zu einer Farce und Lachnummer – dabei lachen die Betroffenen schon lange nicht mehr.

Wut und Trauer macht sich breit.

Wann und wie lange wollen Sie noch warten. Wir haben keine Zeit mehr.

Denn der Unmut wird bald die ersten Konsequenzen fordern und dann wird folgendes Bild unser Land prägen:

  • Demotivierte Erzieherinnen / Erzieher, die vielleicht Dienst nach Vorschrift verrichten und vielfach aus gesundheitlichen Gründen ganz aus dem Beruf aussteigen werden.

  • Zweiklassengesellschaft, statt Bildungschance für Alle – gemessen am Etat der Kommunen und Träger vor Ort

  • Enorm steigende Mehrkosten im Bereich zusätzlicher Fördermaßnahmen für Kinder und Familien

  • Ein Berufsbild, das weit verzweigt und unpraktikabel ist, keinerlei Aufstiegschancen bietet und es somit an qualifiziertem Nachwuchs mangeln wird.

  • Ein Bildungssystem, ein Orientierungsplan zum Scheitern verurteilt.

Geben Sie Ihrem KINDERLAND BADEN-WÜRTTEMBERG eine Chance und

unterstützen Sie uns, in dem Sie jetzt mit uns zusammenarbeiten.

Wir sehen ganz klar Ihre Aufgabe als Ministerpräsident des Landes darin, im Rahmen ihres Amtes hier zu reagieren und unterstützend mitzuwirken.

Für den Landeselternrat Kindertagesstätten Baden-Württemberg (LER) e.V.

Peer Giemsch (1. Vorsitzender)

Jürgen Zimmermann (stellv. Vorsitzender)

ler-kita-bw@freelists.org

Für das Kita-Bündnis Baden-Württemberg

Petra Fritsch (1. Vorsitzender)

Christel Ulmer (3. Vorsitzende)

kitabuendnis@yahoogroups.de


Für das Kita-Bündnis und den LER, Autor Christel Ulmer

Pressemitteilung als pdf:

Was ist los mit dem Kinderland BW?

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