Wohin mit den Unterschriften?

27. August 2009

Pressemitteilung:

Wohin mit den gesammelten Unterschriften zur Personalschlüsselerhöhung in den Kindertageseinrichtungen, Ministerpräsident Oettinger nimmt diese nicht entgegen?!

Der Landeselternrat Kindertagesstätten Baden-Württemberg e.V. und das Kita-Bündnis Baden-Württemberg haben gemeinsam Ende März 2009 eine landesweite Unterschriftenaktion zur „sofortigen Erhöhung des Personalschlüssels in den Kindertageseinrichtungen auf 1:12 Kinder pro Fachkraft“ gestartet – und über 23.000 Unterschriften gesammelt. Gerichtet ist diese Aktion an Herrn Ministerpräsident Günther Oettinger, mit der Bitte, die Abstimmung für die geforderte sofortige Personalschlüsselanhebung mit dem Städtetag, Gemeindetag und dem Landkreistag herbei zu führen.

Wer ist in Baden-Württemberg für den Personalschlüssel in den Kindertageseinrichtungen zuständig? Über den Kommunalverband für Jugend und Soziales müssen die neuen Einrichtungen die Betriebserlaubnis beantragen. Vorgabe ist für einen Regelkindergarten mit 30 Stunden wöchentliche Betreuungszeit 1,5 Erzieher/innen bei einer Gruppengröße von max. 28 Kindern. Können Sie es sich vorstellen für umgerechnet 18 Kinder gleichzeitig da zu sein und auf die Bedürfnisse der Kleinen einzugehen? Die Anforderungen, welche von außen an die Einrichtungen gestellt werden, nehmen bei gleicher personeller Besetzung zu. Dies sind Vorgaben aus der Politik wie die verbindliche Einführung des Orientierungsplans, die vorgezogene Schuleingangsuntersuchung, die Erstellung von Portfolios und Entwicklungsdokumentation über jedes einzelne Kind usw. Zusätzlich gibt es Eltern, denen die Förderung unserer  Kinder in den Einrichtungen nicht weit genug geht. Hier stehen Wünsche wie z.B. Englisch, Medienpädagogik, musikalische Früherziehung und vieles mehr auf der Liste von Erwartungen. Hinzu kommt aus unserer Sicht die „Verschulung“ der Kindergärten. Es wird versucht, den Kindern alle Fähigkeiten anzutrainieren um bei den Schuleingangsuntersuchungen alle Erwartungen zu erfüllen. Was bleibt hier von der „ unbeschwerten Kindheit“ noch übrig?

Aus unserer Sicht ist es wichtig, dass unserer Erzieher/innen mehr Zeit am Kind bekommen. Nur so ist es für Sie möglich individuell auf die einzelnen Kinder einzugehen um diese unabhängig von deren Entwicklungsstand zu fördern.

Im Auftrag von Herrn Ministerpräsident wurde uns als Antwort auf die Terminanfrage mitgeteilt, dass „die Unterschriftenübergabe in Stuttgart im Ministerium für Kultus, Jugend und Sport im Dienstzimmer von Herr Staatssekretär Wacker ohne Beteiligung der Presse stattfinden“ kann. Solche Dinge geschehen mittlerweile grundsätzlich ohne die Presse, es wurden in der Vergangenheit keine guten Erfahrungen damit gemacht und deshalb hat man sich für diese grundsätzliche Regelung entschieden.

Antwort des LERs und des Kita-Bündnisses:

Da uns Eltern das Thema zur Verbesserung der Rahmenbedingungen in den Kindertageseinrichtungen und die damit längst überfällige Anhebung des Personalschlüssels unter den Nägeln brennt, wurde dies von allen Vorständen des Landeselternrates für Kindertagesstätten und Kita-Bündnis BW abgelehnt. Bei den Organisatoren ist der Eindruck entstanden, dass das Anliegen von  mehreren tausend Eltern nicht Ernst genommen wird und die Forderungen ohne weitere Beachtung bleiben sollen.“

Die Lobby der Familien und Kinder in Baden-Württemberg in der Politik ist ohnehin schon sehr gering. Dass aber ausgerechnet im Kinderland Baden-Württemberg unser Ministerpräsident Herr Guenter Oettinger als Vorsitzender der Stiftung Kinderland  Baden-Württemberg keine Zeit für die Übergabe findet, stimmt uns sehr nachdenklich! Steht die Politik tatsächlich hinter dem Orientierungsplan, der vorgezogenen Schuleingangsuntersuchung oder überlassen wir dies unseren ehrenamtlichen Kommunalpolitikern mit der Vorgabe den Kommunalhaushalt zu konsolidieren?“

Auch bei den verantwortlichen Politikern und Entscheidungsträgern ist angekommen, dass die verbindliche Einführung des Orientierungsplanes in den Kindertageseinrichtungen nicht ohne zusätzliches Personal möglich ist. Rudern unsere Politiker jetzt in Baden-Württemberg zurück, indem die Einführung nicht mehr verbindlich sein wird?

Wir hoffen, wie den Eltern versprochen, doch noch die Gelegenheit zu bekommen alle Unterschriften Herrn Ministerpräsident Oettinger persönlich überreichen zu dürfen!

Für den Landeselternrat Kindertagesstätten Baden-Württemberg (LER) e.V.

Peer Giemsch (1. Vorsitzender)

Jürgen Zimmermann (stellv. Vorsitzender)

ler-kita-bw@freelists.org

Für das Kita-Bündnis Baden-Württemberg

Petra Fritsch (1. Vorsitzender)

Christel Ulmer (3. Vorsitzende)

kitabuendnis@yahoogroups.de

Für das Kita-Bündnis und den LER, Autor Jürgen Zimmermann

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